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Mensch, Raum, Atmosphäre

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Atmosphäre aufspüren
12. September 2016
programm
Programm
16. September 2016

"In der Wahrnehmung und Erfahrung von Orten und architektonischen Objekten geht es nicht allein um objektive Tatbestände – nicht um ein An sich – sondern um deren Wirkungsweisen für das Subjekt – um das Für sich. Atmosphäre, das meint nicht allein die „hard facts“ gegebener Orte und architektonischer Objekte, ... sondern auch all jene vielfach flüchtigen Konstellationen, die sich nur über eine Beziehung zwischen Subjekt und Objekt herstellen lassen“

– Elisabeth Blum (2010), "Hypothesen zum Prozess der räumlichen Wahrnehmung“ S. 25

Es gibt eine starke Wechselbeziehung zwischen dem Raum, den Dingen und dem Menschen, der den Raum betritt. Atmosphäre entsteht sozusagen erst in der Wahrnehmung. Diese findet auf der emotionalen, zunächst unreflektierten und nicht bewertenden Ebene statt. Atmosphäre ist nicht die „Wirkung“, sondern die „Wirksamkeit“ des Raumes!

Der gebaute Raum trägt seinen Teil dazu bei, indem er mit seiner Erscheinung und seinen Dingen vielfältige Beziehungen eingeht.

Der Begriff Atmosphäre kommt aus dem Altgriechischen: atmós „Dampf, Dunst, Hauch“, und sphaira „Kugel“.
Neben den greifbaren, materiellen Dingen des Raumes mit ihrer Optik und Haptik hat das Nichtmaterielle der Architektur einen großen Stellenwert bei der Entstehung von Atmosphäre:





Luft, Duft und Klang

Licht, Farbe, Temperatur, ...

Zeit, Bewegung, Veränderung

Bedeutung, Erinnerung, Assoziation

Geheimnis, Versuchung, ...

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Volterra

Dazu kommt der Ort mit seiner Bedeutung und Geschichte, die Form und Proportion des Raumes sowie dessen Beziehung zu anderen Räumen. Besonders wichtig ist außerdem die Wechselwirkung zwischen den Menschen, den Dingen und dem Raum. Der Mensch tritt mit all seinen Erwartungen, Erfahrungen und Erinnerungen in den Raum und nimmt die Atmosphäre auf seine ganz individuelle Weise wahr. Wer kennt nicht den Moment, in dem ein bestimmter Geruch Erinnerungen weckt und plötzlich ganz besondere Gefühle auslöst?

Nicht zuletzt hat der Raum auch eine soziale Dimension. Wie verhalten sich die Menschen im Raum?
Wie nutzen sie ihn? Können sie ihn sich aneignen, ihn verändern? Regt er zur Kommunikation an?

Bei Atmosphäre geht es also auch um die Wahrnehmung von Möglichkeiten!
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Aus dem Seminar Licht und Modellbau.
Foto: L. Nordhaus

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